Valous Switch: Teil XVIII – Festplattenoptimierung unter Mac OS X

Wo ich auch hinluscher ist am schwarzen Brett ein Zettel angepinnt. Defragmentierung, Festplatte, Optimierung, Tuningtools gesucht, springen mir ins Gesicht. Reagiert wird auf die Fragen mit immer gleichen Antworten. So richtig befriedigt haben mich die meisten Antworten nicht. Nun hab ich mich mit der Materie beschäftigt und werde mein Wissen nun niederschreiben.

Über Optimierung und Fragmentierung

Festplattenoptimierung ist ein Verfahren um eine optimale physikalische Anordnung der Daten auf dem Speichervolumen zu erreichen. Die Anordnung der Dateien und Metadaten wird zur Minimierung von Dateizugriffszeiten und den Bewegungen des Festplattenkopfes verbessert.

Dateien fragmentieren nach einiger Zeit wenn sie verändert, abgespeichert werden und die Festplatte zu wenig freien Speicherplatz hat. Verschiedene Teile einer Datei wurden an verschiedenen Orten (z.B. über eine Festplatte verteilte Blöcke oder sogar auf verschiedenen Festplatten) abgespeichert. Das Einsammeln dieser einzelnen Dateibruchstücke und abspeichern als zusammenhängender Datenblock wird Optimierung genannt. Sollten Probleme (z.B. Stromausfall) während der Optimierung auftreten können die Dateien beschädigt werden. Im schlimmsten Fall müssen diese durch ein hoffentlich vorhandenes Backup wiederhergestellt werden.

Sollte ich optimieren?

Vermutlich wirst du deine Festplatten nie optimieren müssen, wenn du Mac OS X benutzt. Hier die Gründe:

  • Moderne Festplatten sind wesentlich grösser als noch vor einigen Jahren. Durch den grösseren Speicherplatz braucht das Dateisystem nicht auf jeden freien Block zugreifen sondern kann zusammenhängend abspeichern. Mac OS Extended formatting (HFS Plus) vermeidet, durch gelöschte Dateien, frei gewordenen Platz so schnell wie möglich wieder zu verwenden. Das vermeidet weitgehend verstreute Dateibruchstücke.
  • In Mac OS X 10.2 und neuere Versionen werden die Speicherplatzzuordnungen verzögert. Dadurch können mit Mac OS X Extended formatierte Partitionen kleine freiwerdende Speicherplätze zu einem Block zusammenfassen.
  • Fragmente entstehen auch oft wenn bereits bestehenden Dateien (z.B. Logfiles) permanent weitere Informationen hinzugefügt werden. Durch schnellere Festplatten mit besserem Cache ist es Anwendungen möglich Dateien nach jeder Änderung einfach komplett neu und somit als zusammenhängender Datenblock abzuspeichern. Seit Panther beherrscht Mac OS X das automatische defragmentieren von sogenannten “slow-growing” (langsam wachsenden) Dateien. Dieser Vorgang wird manchmal “Hot-File-Adaptive-Clustering” genannt.
  • Durch agressives read-ahead und write-behind caching hat eine geringe Fragmentierung kaum Auswirkungen auf die gefühlte Systemgeschwindigkeit.

Aus diesen Gründen spricht nicht viel dafür das Dateisystem unter Mac OS X zu defragmentieren.

Hinweis: Mac OS X Systeme nutzen tausende kleine Dateien auf die nur selten zugegriffen wird. Wenn man diese optimieren will ist der Aufwand grösser als der Nutzen. Ausserdem kann es sein das eine Datei verschoben wird die für den Bootvorgang benötigt wird. Im schlimmsten Fall wird die Geschwindigkeit des Systems dadurch verringert. Also das genaue Gegenteil vom gewünschten Effekt.

Wenn du immernoch denkst das defragmentieren notwendig ist

Reboote als erstes dein System. Es könnte helfen und ist nicht kompliziert.

Wenn deine Festplatten fast voll sind und du oft grosse Dateien änderst oder erstellst besteht die Chance der Fragmentierung. In diesem Fall ist es möglich das du von einer Defragmentierung durch Drittanbieterprogramme profitierst.

Ein weiterer Lösungsansatz ist, wichtige Daten zu sichern, die Festplatte zu löschen, Mac OS X neu zu installieren und die gesicherten Daten zurück zu spielen.

Ich hoffe der ein oder andere findet Antworten in diesem Artikel die ihm helfen. Für Korrekturen, Feedback, Kritik bitte die bekannten Hilfsmittel benutzen.

Quellen:
About disk optimization with Mac OS X

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